Die Jungs von der tiefen Abteilung

Kein anderes Instrument wird so gerne verhöhnt wie der Kontrabaß. Und kein Musiker so häufig wie sein Spieler. Woran das liegt? Zuerst einmal ist er sehr tief. Er kommt schon mit vier Saiten runter zum Kontra-E, mit fünf Saiten sogar bis zum Subkontra-H. Das ist so tief, dass die Noten eine Oktave höher notiert sind als sie klingen. Nur noch einige Blasinstrumente kommen so tief mit in den Keller, zum Beispiel die Tuba.

Dann ist der Kontrabass sehr groß und unhandlich. Als wir vor zwei Jahren ein anderes Auto brauchten, war schon vorher klar, dass es wieder groß sein würde. Meine Frau sagt auch „Schiff“ oder „Opa-Karre“ dazu. Unser alter E-Klasse Kombi ist jetzt nicht unbedingt ein Stadtauto. Das Großartige aber ist: Nach der Orchesterprobe kann ich sogar meinen russischen Kontrabaß-Kumpel Evgeny und seinen Bass mitnehmen.  Zwei Bässe, in einem Auto! Und schon wieder viele lustige Sprüche von den Bratschen, Geigen, Flöten und Celli. Aber das perlt an uns ab.

Weil wir sehr gerne Kontrabassisten sind. Wir sind das Fundament, die Rhythmus-Gruppe, die Jungs von der tiefen Abteilung. Das ist vor allem – cool. Als wir nach dem letzten Konzert zusammen saßen und wir drei Kontrabassisten gemeinsam die Party verließen – Wolfgang ist der dritte im Bund – hieß es: Ah, das Bier ist alle. Ja genau, ihr ersten und zweiten Geigen, ihr Querflöten und Oboen. Das Bier ist alle und wir gehen jetzt. Und das heißt für euch: weniger Spaß, weniger Hormone, weniger Tiefe.